Berlin von hinten

Kategorie Schlechte Werbung, War nicht so gemeint, WTF - Samstag, 12. März 2011

Ein klassischer WTF (und das hier sogar im eigentlichen Wortsinn)
WAS zur Hölle haben sich die Macher der “Stopp Homophophie” Kampagne dabei gedacht??
Vermutlich gar nichts, obwohl das eigentlich schwer vorstellbar ist – Auftraggeber ist die Berliner Geschäftsstelle des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes…
Ich bin schwul und Berlin steht hinter mir. (Zwischendurch muss man sich da natürlich schonmal die Hände abwischen.)

Ich-bin-schwul-und-berlin-steht-hinter-mir

Hiermit geht der – Schuss nach Hinten 2011 – eindeutig an den LSVD Berlin

Agentur oder sonstige Verantwortliche für dieses Machwerk waren zum Glück nicht feststellbar.

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12 Antworten zu “Berlin von hinten”

  1. Katharina sagt:

    Honi soit qui mal y pense.

    Ich gebe zu, ich find den Spruch gar nicht schlimm.
    Aber der Kommentar offenbart natürlich aufs schönste, welche abgedroschenen Assoziationen und witzlosen Klischees der Autor als selbstverständlich voraussetzt.

    Scheint also nen guten Grund zu geben für sone Kampagne.
    Aber vielleicht seh das auch nur ich so, als Hete.

    K.

  2. Conrad sagt:

    Tolle Seite, gefaellt mir sehr.

  3. admin sagt:

    @Katha: Ich versteh Deine Kritik nicht so ganz. 1) Na klar kann und sollte ich vorraussetzen, dass die meisten Leser meinen Kommentar verstehen. Aber nur weil man niveaulose Sprüche *versteht* heisst das doch nicht, dass man sie gutheisst, oder? 2) Der Spruch selbst war Kritik, bzw. gehörte zur Kritik des Motivs. Spricht aus, was alles im Kopf passiert, wenn man sich das Plakat anguckt.
    Und genau deswegen is die Kampagne ja so ein FAIL. Na klar lach ich über schlechte Minderheitenwitze – je schlechter desto besser :-) Nur sollte ich halt um alles in der Welt vermeiden, dass so eine Kampagne in die Witzschine abgleitet. Nicht weil man über Schwule keine Witze machen darf – nein, weil dann die komplette Kampagne verpufft bzw im Schlimmsten Fall sogar nach hinten logeht. Das Geld wär besser in guter PR Arbeit angelegt – wesentlich glaubwürdiger für diese Art von Anliegen als Out-of-Home. Mir ist in der Gattung “Moral” sogar keine einzige Kampagne bekannt, die hier jemals funktioniert hätte. (Nicht rauchen, nicht trinken, gegen Gewalt, etc…) Also sogar ein Doppelfail. Falsche Mediaantscheidung, falsches Motiv.

  4. Katharina sagt:

    Ich versteh Deine Kritik und kann auch gut nachvollziehen, warum Du die Kampagne (wohl zu recht) scheiße findest.

    zu 1) ja klar. Ich versteh sie ja auch ;)
    zu 2) Ja, das habe ich auch genau so verstanden, dass ist ja der Punkt.
    Ich kritisiere, dass Du dabei davon ausgehst, dass das automatisch bei allen im Kopf passiert. Das entsprechende Kopfkino wird also als selbstverständlich und scheinbar normal vorausgesetzt.

    Am allerschlimmsten ist, dass Du damit wahrscheinlich sogar richtig liegst was die meisten Leute angeht und die Kritik an der Kampagne eben deshalb berechtigt ist.
    Aber genau das find ich nunmal bedenklich, dass es normal zu sein schein, so lächerliche Klischees und Assozitionen zu Schwulen im Kopf zu haben und das oft nichtmal hinterfragt wird.

    Versteh mich nicht falsch, ich unterstelle hier keinem gleich Homophobie, das ist dann nochmal eine ganz andere Dimension. Ich will auch gar nicht den moralischen Zeigefinger schwingen.

    Aber als ich das Bild zu erstem mal gesehen habe – noch ohne den ausführlichen Kommentar – musste ich erstmal überlegen, was daran jetzt so witzig/daneben sein soll. Und dann dacht’ ich: siehste, da muss man eben bestimmte Klischees parat haben, um das witzig zu finden.
    Und das find ich eben nicht banal.

  5. admin sagt:

    Ok – jetzt verstehe ich deine Kritik :-)
    Aber deine Schlussfolgerung stimmt ncht ganz – ich gehe nicht davon aus, dass jeder Betrachter sofort dieselben Assozaitonen hat wie ich – ansonsten wär das Plakat sicher nicht gedruckt worden. Ich will vielmehr verdeutlichen, was bei einem Tel der Betrachter passiert, und dass der LSVD wohl anscheinend relativ realitätsfremd arbeitet, wenn niemanden der Beteiligten da dieselben Assoziationen kamen (vor allem jetzt aber auf das mit “Berlin steht hinter mir” bezogen – das mit dem Händeabwischen ist dann “nur” die erweiterte Assoziationskette – also was passiert, während sich ganz Berlin da hinten anstellt – setzt dem Ganzen halt nochmal einen oben drauf. Ich war wie gesagt auch nicht der Einzige der laut gelacht hat als wir an dem Plakat (in einer 6er Gruppe) vorbeigelaufen sind. 2 Mädels, 2 Hetero Jungs, ein Schwuler – der übrigens am lautesten gelacht hat :-)
    Einigen wir uns darauf – du hast wohl eine wohlerzogenere Phantasie als wir – interessant wären mal statistische Werte hierzu.

  6. Katharina sagt:

    Wir sind auch gerade eben in einer Gruppe mal am entsprechenden Plakat vorbei und die Reaktionen waren teils teils, d.h. bei einer hat es länger gedauert, bei den anderen zwei war es auch gleich die erste Assoziation.
    Jemand meinte, die hätten das bestimmt absichtlich gemacht.

    Haben die das absichtlich gemacht?
    Ansonsten stimme ich zu von wegen realitätsfremd arbeiten.

  7. Olaf sagt:

    Kann mir kaum vorstellen, dass das Absicht war. Ist wohl schlicht und ergreifend als “Fail” zu bewerten. Vielleicht mal Inspiration aus Köln holen, wenn’s um den Abbau von Homophobie gehen soll ;-)

  8. Robert sagt:

    Das Plakat zeigt schön die Homophoben Denkweisen des Autors hier auf. Ist nicht mal böse gemeint, aber genau DAS soll das Plakat bewirken. Dieser “Höhöhö klingt das schwul” Reflex dem auch der Autor hier zum Opfer fiel will man ja bekämpfen. Und ich möchte nicht einmal behaupten das der Autor dieses Blogs selbst irgendwie total Homophob ist, sondern das es leider in den meisten von uns steckt, weil wir damit groß geworden sind.

  9. June sagt:

    Habe das Plakat erst gestern gesehen und bin vor lauter Lachen fast gegen einen Baum gefahren. Monty Python hätte es nicht besser gekonnt. Dann dachte ich es könnte vielleicht Wahlpropaganda für die CDU sein. Erst durch diese Webseite habe ich erfahren dass es teil einer Kampagne mit einem ernsten Anliegen ist. Unglaublich. Die Veranstalter sollen ihr Geld lieber in ein paar Strassenfeste stecken als in Plakate die sowieso nichts bringen.

  10. admin sagt:

    @Robert: Also mir Homophobie zu unterstellen ist schon irgendwie nen starkes Stück :-). In der Tat war genau das “höhöhö” die erste Reaktion – aber das ist doch wohl was vollkommen anderes als Homophobie. Ich wills mir jetzt sparen den wikipedialink zu dem Thema zu posten, aber vielleicht solltest Du da trotzdem mal nachlesen. Und deine Schlussfolgerung, dass das Plakat genau DAS bewirken soll versteh ich noch viel weniger.. Wenn deine Sicht stimmen sollte – was macht die Kampagne dann überhaupt für einen Sinn?

  11. Jonas sagt:

    Also, hier hat zwar lange keiner mehr gepostet aber egal.
    Ich glaube was Robert meinte war, dass der Autor dieser Kampagne genau das erreichen wollte (also die Reaktion “Höhöhö klingt das schwul” zu bewirken), um gleich danach zu merken, dass es ja teil einer Anti-Homophobie-Kampagne ist, und dann über das Plakat selbst und die eigene Reaktion nachzudenken.

  12. Mac sagt:

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass das nicht gewollt war. Jeder halbwegs klar bei Sinnen denkende Mensch sieht auf den ersten Blick die Doppeldeutigkeit.
    Und das ist gut so.
    Werbung soll ja auffallen, und das geht natürlich am besten mit einem Haken, der im Gedächtnis bleibt. Also getroffen und versenkt.. sagt ein Kölner.

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